Der kleine Unterschied…

Bild: Maren Beßler  / pixelio.de

„Wann ist es eine Suppe, wann ein Eintopf?“ lautete kürzlich eine Verbraucherfrage auf der Plattform lebensmittelklarheit.de. Tja, berechtigte Frage, und gar nicht so einfach zu beantworten. Zumal es ja auch Suppentöpfe und Eintopfsuppen gibt. Die Grenze verläuft – man ahnt es – fließend…

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Unterschied zwischen Suppe und Eintopf letztlich nur eine Frage der Zugabe von mehr oder weniger Flüssigkeit (oder festen Bestandteilen) ist. Will man eine Wissenschaft daraus machen, kann man folgendes überlegen:

Nach einer allgemein gängigen Definition ist ein Stoff (nicht: ein Lebensmittel!) dann flüssig, wenn er sich bei Zimmertemperatur (20 °C) infolge seiner Schwerkraft der Form des Gefäßes anschmiegt, in dem er sich befindet; Flüssigkeiten sind deshalb auch zäh fließende Erzeugnisse, die ihre Lage langsam ändern. Dies trifft auf die wässrige Phase im Erbseneintopf zu; auf die Erbsen selbst sicher nicht. So kann im Versuch beobachtet werden: Ein Eintopf schmiegt sich fast noch eleganter (weil langsamer) an die Gefäßwand als die flüssige Suppe.

Ist der Eintopf deshalb ein flüssiges Lebensmittel? Eher nicht, und das würde auch nicht der Verbrauchererwartung entsprechen: Charakteristisch für den Eintopf ist der vergleichsweise hohe Anteil fester Bestandteile. Und deshalb wird das, was man als „Eintopf“ bezeichnet, zu den festen Lebensmitteln gerechnet. Beim Einkauf erkennt man das auch an der Grammangabe, denn feste Lebensmittel kennzeichnet man nach ihrem Gewicht. Bei Suppen (und Brühen sowieso) ist das genau andersherum, denn sie zählen zu den flüssigen Lebensmitteln, und die sind nach ihrem Volumen (in Milliliter oder Liter) zu kennzeichnen.

Und dann gibt es noch Suppen mit einer Menge Einlage drin. Suppentöpfe eben. Und Eintöpfe, die etwas flüssiger sind. Eintopfsuppen eben. Und man merkt: die beiden Schubladen fest/flüssig reichen eigentlich nicht nicht aus.  Trotzdem muss sich jeder Hersteller irgendwie festlegen, und das tut er zum Beispiel anhand der folgenden Überlegung: Kann das Gericht wegen der vielen enthaltenen Stücke als Hauptgericht angesehen werden? Dann ist es wohl eher ein Eintopf.

Und die Verbraucher? Schauen zuerst einmal: Wie heißt das Kind? „Eintopf“ deutet ein eher festes Lebensmittel an (ebenso: …-Topf); „Suppe“ deuet eher ein flüssiges Lebensmittel an. Wer es noch genauer wissen will, prüft: Ist das Gewicht oder das Volumen angegeben? Und schließlich sollte immer ein Blick in die Zutatenliste folgen: Anhand der Hauptzutaten, deren verwendete Mengen in der Regel prozentual angegeben sind, kann man einiges ablesen. Bei Eintöpfen nicht unüblich sind 30 bis über 50 % feste Zutaten.

Und wem das immer noch nicht reicht, der kann tunen: Vegetarisch mit Kartoffeln, Reis, Nudeln, Karotten oder aber mit der extra Portion Fleischeinlage – siehe hier.

 

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