Suppenbrunzer?

Wir befürchteten schon, dass wir so langsam alle Kuriositäten rund um die gute Suppe kennen. Bis wir in der Süddeutschen auf einen Begriff stießen, der uns bis dato noch nicht begegnet war: Der Suppenbrunzer. Den erklärt Hans Kratzer in seiner Kolumne „Kratzers Wortschatz“ folgendermaßen:

Um Pfingsten herum wurde in diesem Blatt der bäuerliche Brauch erwähnt, über dem Esstisch eine Heilig-Geist-Kugel aufzuhängen. In dieser Glaskugel war einst häufig eine aus Holz, manchmal auch aus Elfenbein geschnitzte Taube eingesetzt. Der Heilige Geist in Gestalt einer Taube wird in der Bibel mehrmals erwähnt. Die mehr oder weniger kunstvoll gestalteten Glaskugeln tragen im Bairischen den irritierenden Namen Suppenbrunzer. Dafür gibt es eine einfache Erklärung. Trug die Bäuerin eine Schüssel mit heißer Suppe auf, stieg der Dampf auf und kondensierte an der kalten Glaskugel, um anschließend wieder zurück in die Suppe zu tropfen und diese somit abzukühlen. In der oft vom Schalk inspirierten Vorstellungswelt des einfachen Volkes hatte der Heilige Geist auf diese Weise segensreich in die Suppe gebrunzt, was ihm den kuriosen Beinamen eintrug. Die Heilig-Geist-Kugel fand unter dem Namen Suppenbrunzer ihre unangefochtene Stellung in der Volkskunst.“

Wieder was dazu gelernt. Und weil ein Bild mehr sagen würde, als tausend Worte: Wenn Sie stolzer Besitzer eines Suppenbrunzers sind, und uns ein Foto zur Verwendung im Suppeninstitut senden, ist Ihnen ein Platz im Suppenhimmel sicher!

Zum Artikel in der SZ!

Bild: Weiße Taube, Kurt Bouda  / pixelio.de

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